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Die Liebe – einige Gedanken

Ein Gefühl wie jedes andere?

- Ein Text über etwas Kompliziertes geschrieben von einer unqualifizierten Person. Nach dem eigenen Wissen,Vermutungen und Ahnungen. -

Liebe ungleich verliebt

Manchmal überintepretiert man das Wort „verliebt“. Ist jemand in eine Person verliebt, so liebt er sie (noch) nicht. Vielmehr ist das Verliebtsein, trotz des Wortbestandteils Liebe, nur eine Vorstufe von ihr. Es ist ein Gefühl der Hingezogenheit zu der Person.

Ist man verliebt, so kann das Gefühl sich je nach späteren Begebenheiten in eine von zwei Richtungen entwickeln. Entweder flaut das Gefühl wieder ab und man verliert das Interesse oder aber das Verliebtsein weicht der Liebe.

Oft verspürt man widersprüchliche Gefühle und kann nicht besonders gut klar denken, weshalb das Verliebtsein oft als eine Art Rauschzustand beschrieben wird.

 

Die Liebe ist das stärkste Gefühl der Zuneigung die ein Mensch einem anderen (oder auch einer Sache) entgegenbringen kann. Generell sollte man aber drei Arten von Liebe unterscheiden.

  • Liebe mit sexuellem Charakter (wie man zum Beispiel seinen Freund / Ehemann oder seine Freundin / Ehefrau liebt)
  • Liebe auf platonischer Ebene. Zum Beispiel wie man seine Eltern oder auch sehr gute Freunde liebt
  • Liebe die sich auf Gegenstände, Tiere oder auch Tätigkeiten bezieht.

Fangen wir mit dem dritten an (so wird’s interessanter).

Ich liebe Fußball

Man kann auch Gegenstände, Tiere und Tätigkeiten lieben. Sicherlich jeder kennt jemanden der ohne Fußball nicht leben könnte. Oder jemanden der es liebt ein gutes Buch zu lesen. Jemanden der es liebt zu sprechen (quatschen). Jemanden der ohne Musik nicht exsitieren könnte usw.

Auch Gegenstände kann man lieben. Den Ring der verstorbene Ehemann (oder Ehefrau) einem geschenkt hat. Das schöne Auto für welches man ein halbes Leben geschufftet hat. Eine Briefmarkensammlung die man in mühsamen Jahren zusammengestellt hat.

Der dritte Punkt sind die Tiere. Es kann jetzt ein bisschen … seltsamm … klingen, aber es gibt Menschen, die ihren Hund oder ihre Katze mehr lieben als ihre Großeltern.

Wie entsteht einfache Liebe?

Um etwas lieben zu können muss man es besser kennen. Liebe auf den ersten Blick ist sehr unwahrscheinlich. Vielleicht Begehren oder starkes Interesse nach dem ersten Blick. Aber sicherlich nicht Liebe nach der Definition, die man in diversen Lexika findet.

Je länger man etwas kennt, desto höher wird die Abhängigkeit von der Person oder dem Gegenstand. Hat man es jeden Tag mit einem Menschen zu tun, so entwickelt man bestimmte Gefühle für ihn. Verschwindet er plötzlich ist es normal, dass man ihn, auch wenn man ihn nicht besonders mochte, vermisst. Vielleicht lässt es sich mit dem Effekt erklären, der Auftritt, wenn man einem Kind ein langweiliges Spielzeug gibt und es dann wegnimmt (bzw. wegnehmen will). Die Folge ist, dass das Kind das Ding behalten will, es spielt damit, und zeigt erhöhtes Interesse. Oft beobachtet man zudem, dass das Kind jetzt wirklich erhöhtes Interesse hat und das langweilige Spielzeug gar nicht mal langweilig findet.

Nimmt man jemandem etwas weg, was er als Eigentum (mein Freund) betrachtet will man es wiederhaben.

Gut, jetzt haben wir die Abhängigkeit analysiert (kurz ich weiß), aber wie entsteht Liebe. Wieso liebt jemand Fußball? Liebe, ein positives Gefühl, entsteht – so meine Vermutung – wenn man irgendwann eine positive oder mehrere positive Erfahrung mit etwas gemacht hat, die einen sehr beeindruckt hat. Etwa wenn ein kleines Kind zum ersten Mal mit seinem Vater Fußball spielt, dabei Riesenspass hat, später dann mit dem Vater zu einem Spiel mitkommt, dort dann wieder Spass hat. In der Freizeit spielt das Kind dann gern Fußball mit seinen Freunden. Tritt dann in einen Verein ein. Usw.

Jetzt wird sicher dem einem oder anderen durch den Kopf die Frage schwirren, wieso so manch einer, der noch nie Fußball gespielt hat den einen oder anderen Verein so abgöttisch verehrt. Nun, dies wird wohl keine richtige Liebe sein. Vielmehr identifiziert sich diese Person mit dem Verein. Wenn er gewinnt fühlt sie sich stark. Sie hat das Gefühl selbst gewonnen zu haben. Verliert der Verein kann das drei Folgen haben: Die Person verliert das Interesse an dem Verein. Die Person verabscheut den Verein, da er für sie nicht gewonnen hat. Macht dem Verein Schuldvorwürfe und sucht einen Schuldigen (zum Beispiel der Trainer bietet sich an). Die Alternative ist, dass die Person ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. „Der Verein (ich) hat verloren. Er (ich) wird es aber schaffen!“.

Doch wir schweifen wieder ab. Liebe entwickelt  sich zu einem Gegenstand oder einer Sache wahrscheinlich dann wenn wir es also mit einem postiven Gefühl verbinden können. Schenkt uns jemand, den wir lieben und er stirbt (oder zieht weg) so verbinden wir die Person, die Liebe zu der Person, mit dem Gegenstand.

platonische Liebe

Seine guten (alten) Freunde liebt man meistens auch. Ebenso seine Eltern, Geschwister, Großeltern, möglicherweise auch andere Verwandte die man näher kennt. Würde ihnen etwas passieren, könnte man dass nicht so leicht verkraften. Stirbt ein Elternteil, so stürzt es die Kinder, je nach Alter und der Enge der Verbindung zwischen ihnen, in eine tiefe Krise. Ebenso wenn die Eltern ihr Kind verlieren.

Man streitet sich vielleicht mit ihnen, trotzdem liebt man sie und ist auch in irgendeiner Weise  von ihnen abhängig. Ohne sie ist das Leben nicht komplett.

Man verspürt zwar keine sexuelle Neigung zu ihnen, Nähe wird aber postiv empfunden. Zum Beispiel wenn sich zwei alte Freunde nach einiger Zeit wieder sehen und sich umarmen.

Liebe

Die dritte Art der Liebe ist vom sexuellen Character. Sieht man einen attraktiven Menschen verliebt man sich ganz schnell in ihn. Doch man beachte, das Verliebtsein und Liebe zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind. Das Verliebtsein kommt meist plötzlich und verschwindet oft auch schon nach kurzer Zeit. Liebe hingegen ist über längere Zeitspannen beständig.

Natürlich mahlt der Zahn der Zeit auch an ihr, jedoch flaut die Liebe erst nach einigen Jahren oder manchmal auch nie (im menschlichen Leben) ab.

Ein Beweis fürs Gegenteil wären die zahlreichen Statistiken über die Scheidungshäufigkeit. Im Vergleich zu früheren Zeiten ist die Scheidungsrate wirklich exorbitant gestiegen. Doch ist weniger Liebe in der Welt? Ganz klar nein. Vielmehr konnten sich Ehepartner früher nicht so leicht scheiden lassen. Für Frauen hätte eine Scheidung – sofern sie überhaupt möglich war – große soziale Nachteile eingebracht. Zudem blieben Frauen früher meistens zu Hause und passten auf die (oft zahlreich vorhandenen) Kinder auf. Eine Scheidung würde deshalb sie auch in eine unschöne finanzielle Misere stürzen.

Heutzutage ist es Gott sei dank anders. Ein anderer Punkt ist, dass Ehen früher recht oft aufgrund von rationallen Gedanken geschlossen wurden. Etwa um das eigene Vermögen oder den Status zu vergrößern. Vernunftehen sind heute seltener geworden.

Nun gut, wir schweifen wieder ab.

So zwei Menschen verlieben sich in einander. Nach einiger Zeit vertieft sich das Gefühl in Liebe. Ohne einander können sie nicht mehr leben. Würde einem etwas zustossen könnte der andere es nicht aushalten. Man würde alles für den anderen tun. Also Liebe wie sie in Shakespeares’ „Romeo und Julia“ zu finden ist.

Ist man sich seiner Liebe und der des anderen sicher heiratet man oft, um sich endgültig mit diesem Menschen zu binden. Man sollte aber nicht zu früh heiraten. Erst wenn die Zeit des Verliebtsein vorbei ist und man auch einiges an Gutem und Schlechtem miteinader erlebt hat.

Doch langsam gehen mir die Gedanken aus. Deshalb beenden wir den Text hier mit einem schönen Zitat:


„Das charmanteste Unglück, das uns zustoßen kann.
Curt Goetz (1888-1960)

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